Weltausstellungsenthusiasten im Porträt: Yingkai Lian
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Yingkai ist ein Weltausstellungsenthusiast der jüngeren Generation und lebt in China. Eine offizielle Weltausstellung des BIE hat er tatsächlich noch nie besucht, doch als Grundschüler war er mehrmals auf der Internationalen Gartenbauausstellung 2014 in Qingdao, China. Außerdem besuchte er das Gelände der Gartenbauausstellung Peking 2019 ein Jahr nach deren Ende.

Mit Anfang zwanzig und als Architekturstudent ist seine Liebe zu allem, was mit Weltausstellungen zu tun hat, nur allzu verständlich! Auf Weltausstellungen gibt es immer Pavillons, die einander mit futuristischen Entwürfen oder manchmal auch mit ihrer Hommage an die Schlichtheit zu übertreffen versuchen. Wenn man von Pavillon zu Pavillon geht, ist man gefesselt von der Vorstellungskraft der Gestalter und von den Plänen, die sie erfolgreich verwirklicht haben.
Sein Favorit wäre die New Yorker Weltausstellung 1964–65 (vom BIE nicht offiziell anerkannt). Dort begann er, sich mit Weltausstellungen zu beschäftigen. Auch wenn er sie nicht selbst besuchen konnte (er war ja noch nicht geboren!), war er begeistert von den technischen Errungenschaften, die dort gezeigt wurden. Pavillons wie das Kodak Moonroof und das auskragende Bell System Building können bis heute als bemerkenswerte Ingenieurleistungen gelten. Besonders berührt haben ihn die Erinnerungen von Menschen, die die Ausstellung besucht hatten. Durch ihre Geschichten, die er online las, wurde ihm allmählich bewusst, welche nachhaltige Wirkung und welche Erinnerungen eine Weltausstellung bei ihren Besuchern hinterlassen kann.

Am liebsten mag er an einer Weltausstellung die Architektur der Pavillons – natürlich, er studiert ja Architektur! Die kühnen Visionen der Pavillonarchitekten präsentieren nicht nur die neuesten technischen Lösungen, sondern bringen auch die kulturelle Vielfalt der teilnehmenden Länder zum Ausdruck. Abgesehen von der Architektur ist eine Weltausstellung für ihn auch ein Ort, der sein Weltbild auf den Kopf stellen kann. Sie bietet die Gelegenheit, mehr über die Welt, ihre Menschen und ihre vielfältigen Kulturen zu erfahren. Ein authentisches Erlebnis aus einem Land, das man nicht kennt, ist ebenfalls etwas, das er an einer Weltausstellung schätzt.

Bei seinen Besuchen der Gartenbauausstellung 2014 sah er zum ersten Mal authentische traditionelle Bauten aus einem anderen Land (zumindest wirkten sie damals authentisch auf ihn). Alles begann mit dem ersten Anblick der Windmühle des Niederländischen Pavillons, dann kamen ein japanisches Teehaus und ein thailändischer Tempel … Auch wenn es nicht so viele Teilnehmer wie bei einer Weltausstellung gab, vermittelte ihm die Vielfalt das Gefühl, die Welt an einem einzigen Ort sehen zu können. Und das war großartig. Im Schwedischen Pavillon gab es im Untergeschoss eine Ausstellung mit Eisskulpturen, angenehm kühl und mit wunderbaren Kunstwerken. Nach stundenlangem Laufen mitten im heißen Sommer war das definitiv eine angenehme Überraschung.

Auch wenn er (noch!) keine Weltausstellung besucht hat, sammelt er gern Weltausstellungspläne und -Reiseführer sowie Anstecknadeln der teilnehmenden Länder. Sein liebstes und neuestes Stück ist ein Ausstellungsführer der Expo 2020 Dubai, den ihm ein Freund geschickt hat. Eines Tages hofft er, den Pavillon, den er in Zukunft für sein Heimatland China entwerfen wird, persönlich und in einem Ausstellungsführer zu sehen! Wir hoffen, dass seine Träume wahr werden, und können es kaum erwarten, ihn zu sehen, Yingkai!



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